Das EXPLOSIVE!FESTIVAL bietet jungen Theaterensembles aus der ganzen Welt die Möglichkeit, ihre Theaterformen auf Bremer Bühnen zu präsentieren. Wir suchen nach neuen Möglichkeiten des Ausdrucks und der Bewegung. Für uns steht das theatrale Experiment und der prozesshafte Augenblick einer jeden Inszenierung im Vordergrund. Es geht um die geballte Kraft von jungem, experimentellem Theater. Spielerisch wird ein Austausch über Inhalte, Ausdrucksformen und Bühnentendenzen ermöglicht. Wir wollen Theater als Raum der Begegnung und des Diskurses befördern. Es treffen unterschiedlichste Nationalitäten, Charaktere und Geschichten aufeinander, eines aber haben sie gemein: Sie alle teilen die Zeit, in der wir leben und sie nutzen das Theater als Plattform des Ausdrucks und des Diskurses.
Seit seiner ersten Ausgabe 1994 hat sich das EXPLOSIVE!FESTIVAL zu einem bedeutenden nationalen und internationalen Festival für darstellende Künste in Deutschland entwickelt. Ensembles aus Argentinien, Belgien, Italien, Spanien, Frankreich, Polen, Russland, den Niederlanden, USA, der Schweiz, Südafrika und Deutschland waren zu Gast in Bremen. Es hat zahlreichen mittlerweile renommierten Künstlern eine Bühne geboten und entscheidend dazu beigetragen dem jungen Theater aus Europa und der Welt eine Plattform zu bieten und es einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Es wurden Kooperationen und Kontakte geschaffen, die beständig sind und zu jeder Zeit entwickelte sich das EXPLOSIVE!FESTIVAL weiter! Denn fertig wird es nie sein - wie das Theater selbst.
Die Ausdrucksformen des gegenwärtigen Theaters sind im ständigen Wandel. Jedes Ensemble begegnet seinen Fragen, Stoffen und seiner Form neu. Der Perspektivwechsel in der Begegnung mit diesen Entwürfen funktioniert sowohl über das Erkenntnisvermögen als auch über das Widerfahren, über Bilder, Atmosphäre, Klang, Bewegung. Es wird die direkte, momentane Zusammenkunft mit dem Unbekannten ermöglicht und wir werde uns konfrontiert sehen mit den individuellen Visionen der Theaterschaffenden. Das EXPLOSIVE!FESTIVAL soll eine Einladung sein, den Blickpunkt zu wechseln, der das Irritierende und das Überraschende als notwendige Abschweifung zum auskundschaften neuer Wege einkalkuliert.
Die Produktionen des EXPLOSIVE!FESTIVAL bewegen sich an den Kreuzungspunkten von Theater, Tanz, Oper, Musik, bildender Kunst und Performance. Bespielt werden klassische Theaterräume, Fabrikhallen, Kinos, Schulen, und Bremer Straßen und Plätze.
Das EXPLOSIVE!FESTIVAL ist eine Momentaufnahme. Es setzt sich auf nationaler und internationaler Ebene für die freie Entwicklung der Darstellenden Künste und die Vielfalt der Ausdrucksformen ein.
Das EXPLOSIVE!FESTIVAL setzt auf den prozesshaften Moment einer jeden Inszenierung und auf das Gegenwärtige als verbindende Sprache zwischen den Kulturen. Gegenwärtiges Theater bewegt sich zwischen kategorischen Grenzen und kulturellen Traditionen. Es macht den Prozess und die individuellen Visionen zur treibenden Kraft.
Die Produktionen des EXPLOSIVE!FESTIVAL sind nicht Stellvertreter ihrer Kultur. Sie repräsentieren nicht die Traditionen und Konflikte ihrer Heimat, so sehr auch die individuelle Auseinandersetzung damit stattfindet. Sie repräsentieren allein sich, ihre Gedanken, ihren Standpunkt, ihre Geschichten. Sie vereint die elementare Suche nach neuen Inhalten, Ausdrucksmöglichkeiten und Arbeitsformen, Kurz: nach einer Sprache des Gegenwärtigen.
Wir werden innerhalb des EXPLOSIVE!FESTIVAL an einer gemeinsamen Produktion aller Festivalteilnehmer arbeiten. Diese Produktion soll über den Weg der konkreten gemeinsamen Theaterarbeit die unterschiedlichen Inhalte/Ideen und Formen des theatralen Ausdrucks auf die Bühne bringen.
Wir wollen mit Studenten der Theaterwissenschaften zusammen arbeiten und während des Festivals folgenden Fragen auf den Grund gehen: Gegenwärtiges Theater aus Europa und der Welt arbeitet unter unterschiedlichsten Bedingungen. Welche Formen findet es im Kontext der Kultur aus der es stammt? Wie reagieren wir mit unserem Blick darauf? Welche Fragen werden von der Bühne aus gestellt? Und wie verlaufen die Prozesse dorthin? Wo liegen die Unterschiede? Und was können wir voneinander lernen? In unterschiedlichen Formaten wollen wir Positionen erringen und diese wiederrum zur Diskussion stellen.
Erstmals bietet das EXPLOSIVE!FESTIVAL die Möglichkeit, dass jedes Ensemble, das sich offiziell beworben hat, ein bis zwei Abgesandte schickt. Außerdem ist es erwünscht, dass die geladenen Ensembles die gesamte Zeit des Festivals in Bremen verbringen.
Die Ensembles des EXPLOSIVE!FESTIVAL kommen aus dem Nahen und Mittleren Osten, aus Asien, Lateinamerika, Afrika und Europa. Sie arbeiten kollektiv, unter professioneller Regie, mit Choreographen und Musikern oder es sind junge Menschen, die autark und unabhängig nach ihren Formen des Theaters suchen. Einige Regisseure sind bekannte Größen, andere Ensembles treten zum ersten Mal in Europa auf. Es treffen unterschiedlichste Nationalitäten, Charaktere und Geschichten aufeinander, eines aber haben sie gemein: Sie alle teilen die Zeit, in der wir leben und sie nutzen das Theater als Plattform des Ausdrucks und des Diskurses.
Als Rahmenprogramm des Festivals sind Einzelkünstler, Performer, Autoren und Musiker geladen. Der EXPLOSIVE!FESTIVAL CLUB im Magazinkeller des Schlachthofs, soll Ort des Austauschs, der Begegnung und des Festes sein.
Auch unvollendete Produktionen können sich für das Festival bewerben. Die Idee ist, dass die Produktion während des Festivals fertig gestellt werden kann bzw. weiter daran gearbeitet wird -inspiriert durch die Veranstaltungen des Festivals und die Stadt Bremen. Für uns ist der Prozess zentraler Kern des Festivals und könnte in dieser Form zusätzlich Ausdruck finden.
Die bereits bestehenden Kooperationen werden weitergeführt. Das Netzwerk in Bremen soll erweitert und vertieft werden. Kooperationen mit Schulen und anderen Theatern sind geplant. Das Festival wendet sich insbesondere an junge Menschen aus Bremen diese sollen über das Festival in neue theatrale Zusammenhänge verwickelt werden und die daraus resultierenden Erfahrungen können wiederum Ausdruck in der regionalen Theaterarbeit finden.