Galerie Rabus, Plantage 13
Ab dem 20.09.2011 kooperiert das Explosive! Festival mit dem FUNKENSCHLAG, ein Theatertreffen zwischen Bildung, Wissenschaft und Kunst, veranstaltet vom Zentrum für Performance Studies der Universität Bremen.
Anmeldung: tdvart@uni-bremen.de
Ein Theatertreffen zwischen Bildung, Wissenschaft und Kunst
Der amerikanische Regisseur und Professor für Performance Studies Richard Schechner beschreibt in seinen Schriften zur Theateranthropologie eine Fülle von Theaterzusammenhängen, in denen die Aufführungskünstler einen zweiten oder dritten Beruf haben, "was nicht heißen soll, dass sie als Darsteller Amateure seien, eher das Gegenteil, denn die lebendige Beziehung zu einer Gemeinschaft kann alle Aspekte der Kunst vertiefen. Die flexible Behandlung von Zeit und Raum – die Fähigkeit, einen gegebenen Raum durch das Können der Darsteller, nicht durch die Illusionsmittel der Bühne in viele verschiedenen Räume zu verwandeln – geht Hand in Hand mit einer flexiblen Auffassung von Charakter (Rollendopplung, Rollenwechsel) und einem engen Kontakt zum Publikum".
Mit dem FUNKENSCHLAG soll eine Tradition von Theatertreffen wiederbelebt werden, die nach Theaterformen fragen, die jenseits kostenträchtiger repräsentativer Kulturspektakel geeignet sind, einen Beitrag zur Belebung von Austauschprozessen mit einem beratschlagenden und diskutierenden Publikum zu leisten. Eine solche kontext- und dialogorientierte Aufführungspraxis wird häufig von kleinen, mobilen Theater- und Performance-Gruppen verkörpert, die aus dem Kunst-Ghetto ausbrechen und neue Wege der Begegnung erkunden.
Beim FUNKENSCHLAG
Eine Auswahl an Gästen, die neben den Mitgliedern des Zentrums für Performance Studies der Universität Bremen und dem Ensemble des Theaters der Versammlung bereits zugesagt haben: Johannes Beck, Bildungsforscher, war gemeinsam mit Heiner Boehncke und Gerd Vinnai viele Jahre Herausgeber der einflussreichen Rowohlt-Reihe Kulturen und Ideen und als Professor für Allgemeine Pädagogik an der Universität Bremen u.a. Mitbegründer des Theaters der Versammlung. Marion Bönnighausen ist Professorin am Germanistischen Institut der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Zu ihren Arbeitsschwerpunkten gehört zurzeit Theater und Neue Medien. Katrin Bretschneider verbindet als Regisseurin im Off-Theater- Bereich Themen mit Orten (z.B. Container Love zum Thema Globalisierung in der Alten Stauerei in der Bremer Überseestadt). Als Theaterpädagogin arbeitet sie u.a. in der betriebsinternen Weiterbildung der Drogerie-Kette DM, deren Gründer Prof. Götz W. Werner sich seit Jahren für ein bedingungsloses Grundeinkommen einsetzt. Michael Ganß, Bildhauer und Mitbegründer eines alternativen Altersheims in Italien, arbeitet künstlerisch therapeutisch mit dementen Menschen. Adrienne Goehler ist Kuratorin und Publizistin. 2006 erschien ihr Buch "Verflüssigungen. Wege und Umwege vom Sozialstaat zur Kulturgesellschaft". Carl Hegemann wirkte als Philosoph viele Jahre in der Rolle des Chef-Dramaturgen an der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz in Berlin. Er ist Professor für Dramaturgie an der Hochschule für Musik und Theater "Felix Mendelssohn Bartholdy" Leipzig. Joachim Heintz ist Komponist für Neue Musik und Dozent an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover. Yasemin Karakasoglu ist Professorin für Interkulturelle Bildung und Konrektorin für Interkulturalität und Internationalität an der Universität Bremen. Thomas Kleinspehn ist Wissenschaftsjournalist und Soziologe, Forschungen u.a. zur Geschichte des Blicks und zur Ästhetik des Interviews. Tobias Rausch ist Regisseur und Autor, Mitglied der Berliner Performance-Gruppe lunatiks produktion. Seine Spezialität sind Recherche-Projekte, aus denen Theaterproduktionen hervorgehen (z.B. zu der Frage, was der Afghanistan-Krieg bei den beteiligten Soldaten, ihren Angehörigen und Freunden bewirkt hat / EINSATZ SPUREN am Theater Kiel). Liz Rech arbeitet als Regisseurin im Grenzbereich zwischen Theater und Performance. Viele Ihrer Projekte finden ortsbezogen statt (z.B. im Kampf um den Erhalt des Gängeviertels in Hamburg) sowie im interkulturellen Bereich. Joachim Reiss, Leiter des Schultheater-Studios in Frankfurt/Main, setzte Theater als Lehrfach an hessischen Schulen durch und war langjährig Leiter des Bundesverbands Darstellendes Spiel und der europäischen Sektion von IDEA, der Welttheaterorganisation der UNESCO. Heidi Schelhowe ist Professorin im Fachbereich Mathematik/Informatik mit dem Schwerpunkt Digitale Medien in der Bildung und Konrektorin für die Lehre der Universität Bremen. André Schramm arbeitet als Performer und bei der Unternehmensberatung Fiedler&Partner. Dirk Szuszies, Filmemacher, hat gemeinsam mit Karin Kaper u.a. den Kino Dokumentarfilm RESIST! über das legendäre Living-Theater gedreht. Stefan Weiss ist Musikwissenschaftler mit zahlreichen Publikationen und Veranstaltungen im Bereich der Neuen Musik und Professor an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover. Keyghobad Yazdani unterrichtet seit über 20 Jahre Deutsch für Migranten und hat interkulturelle Projekte für und mit Kindern durchgeführt; im Iran Veröffentlichungen im Bereich Kunst und Pädagogik. Walter Ybema, Regisseur, Leiter der Theaterassoziation Frankfurt, war langjährig Mitglied des Odin-Theaters, das in der zweiten Hälfte des 20.Jahrhunderts die Theateranthropologische Forschung entscheidend mitgeprägt hat.